5. Sinfoniekonzert 2011/2012

Edward Elgar Introduction and Allegro op. 47 (für Streichquartett und Streichorchester)
Antonín Dvořák Cellokonzert h-Moll op. 104
Peter Iljitsch Tschaikowsky Sinfonie Nr. 6 h-Moll op. 74 („Pathétique“)

Alexander Baillie Violoncello
Dirigent Generalmusikdirektor Graham Jackson


Edward Elgars „Introduction and Allegro“ geht auf seinen Freund August Jaeger zurück. Dieser schlug ihm vor, ein brillantes und schnelles Scherzo für Streicher zu komponieren. Getreu seiner Gewohnheit verwendete Elgar in der neuen Arbeit ein schon früher notiertes Thema, das von ihm selbst so benannte „Welsh tune“. Es war Elgar einst im Wales-Urlaub eingefallen und war eigentlich für eine „Welsh Ouverture“ geplant.
Nicht in Wales, sondern in Amerika schrieb Antonín Dvořák sein h-Moll-Cellokonzert. Anders als in der Sinfonie „Aus der neuen Welt“ verarbeitete er darin weniger die Eindrücke Amerikas, sondern sein Heimweh. Das Adagio ist wohl einer der ergreifendsten Sätze Dvořáks. Sein darin zitiertes Lied „Lasst mich allein“ klingt auch im Epilog des Finales an. Dieser Epilog – und das Adagio – werden gerne mit Dvořáks Schwägerin in Verbindung gebracht: Als sie kurz nach der Vollendung des Konzerts starb, ersetzte Dvořák die ursprüngliche Solokadenz durch einen wehmütigen Epilog.
h-Moll wählte auch Peter Tschaikowsky für seine sechste Sinfonie. Nur drei Wochen nach ihrer Uraufführung starb er an der Cholera. Als weitere Ähnlichkeit zu Dvořáks Konzert sah man daraufhin rasch einen Zusammenhang zwischen dieser „Todestonart“, der schmerzlich-melancholischen Grundstimmung der „Pathétique“, ihrem statt in herrlichem Bombast, in bitterer Resignation verklingendem Schlusssatz – und Tschaikowskys Neigung zu Depressionen sowie seinem mysteriösen Tod: Seine genaue Todesursache bleibt wohl für immer ungeklärt.

Konzerteinführung
Dienstag, Mittwoch und Freitag, 19:15 Uhr

Debut-Konzert
Donnerstag, 19 Uhr, Balkonsaal