Anton Bruckner Sinfonie Nr. 8 c-Moll
Dirigent Jac van Steen
Anton Bruckners „Achte“ ist nicht nur seine vielleicht gewaltigste Sinfonie, sie ist auch die Komposition, die ihn in eine seiner tiefsten Lebenskrisen stürzte: Gleich nach der Fertigstellung hatte er das Werk dem Dirigenten Hermann Levi geschickt, der Bruckners „Siebter“ in München eine triumphale Erstaufführung bereitet hatte. Entsprechendes erhoffte der Komponist nun für die „Achte“. Doch Levi reagierte anders als erwartet. Er mochte etwa den Anfang des Kopfsatzes, fand ihn sogar „grandios“, wusste aber mit der Durchführung eben dieses Satzes nichts anzufangen. Bruckner begegnete der Ablehnung in der für ihn mehr als typischen Weise: Er überarbeitete die Sinfonie. 1890, drei Jahre nach der ersten, schloss er ihre zweite Fassung ab. Seitdem steht die Musikwelt auch bei diesem Brucknerschen Werk vor dem Problem der zwei Fassungen und wird den Streit, welche der beiden denn nun die bessere ist, wohl nie beilegenden.
Erstaunlicherweise steht die Überarbeitung häufiger auf den Konzertprogrammen. Dabei ist nicht sie, sondern die ursprüngliche Fassung diejenige, in der Bruckner den Hörer durch seine Spontaneität und Ursprünglichkeit überzeugt. Darüber hinaus besticht die Urfassung durch ihre Monumentalität und gewaltigen Klangblöcke. Hingegen erscheinen die Kürzungen, die Bruckner im Finale der Überarbeitung vornahm, ästhetisch eher fraglich.
Jac van Steen wird die Sinfonie in ihrer Urfassung dirigieren.
Konzerteinführung
Mittwoch und Freitag, 19:15 Uhr
Debut-Konzert
Dienstag, 19 Uhr, Kleiner Saal
Donnerstag, 19 Uhr, Balkonsaal

